Toxische Führungskräfte: 5 praktische Tipps für ein besseres Klima

Die richtigen Führungsprinzipien und eine starke Führungskultur sind unglaublich wichtige Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens. Doch was ist, wenn die Realität genau das Gegenteil davon ist? Toxische Führungskräfte sind leider keine Ausnahme, sondern gehören in vielen Organisationen zum Alltag. Das kann für Mitarbeiter und Arbeitgeber gleichermaßen zum Problem werden.

Wir zeigen dir in diesem Artikel, wie du eine toxische Führung erkennst und mit welchen Tipps du für eine bessere Arbeitsatmosphäre sorgen kannst. So wirst du trotz dieser Herausforderungen zu einem positiven Vorbild für dein Team und andere Führungskräfte.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Toxische Führungskräfte sind an einigen typischen Verhaltensweisen erkennbar. Sie neigen zum Mikromanagement, zeigen wenig Vertrauen in andere Personen, üben unsachliche Kritik und handeln egozentrisch. Das alles kann das Arbeitsklima vergiften.
  • Die daraus entstandenen Schäden können für eine Organisation erblich sein. So sinkt unter toxischen Führungskräften nachweislich die Zufriedenheit und Produktivität von Mitarbeitern. Zudem erhöhen sich bei betroffenen Personen die Fehlzeiten.
  • Als Führungskraft kannst du dieser Entwicklung aber auch erfolgreich entgegenwirken. Toxische Vorgesetzte sind nämlich immer auch ein Produkt ihrer Umwelt bzw. der Unternehmenskultur. Wenn du als gutes Beispiel vorangehst, machst du den ersten Schritt.
  • Weitere Tipps: Setze auf einen positiven Führungsstil und offene Kommunikation, um deine Mitarbeiter wertzuschätzen. Übe Selbstreflexion, um aus eigenen Fehlern zu lernen und versuche, mögliche Konflikte im Unternehmen frühzeitig zu lösen.

Was macht eine toxische Führungskraft aus?

Es gibt zwar keine einheitliche Definition einer toxischen Führungskraft, im Grunde genommen ist es aber eine Reihe negativer Eigenschaften und Verhaltensweisen. Der Begriff „toxisch“ zielt darauf ab, dass ihr Verhalten praktisch wie Gift auf Mitarbeitende, Teams und die gesamte Atmosphäre wirkt.

Die nachfolgenden Faktoren sind dabei unter toxischen Chefs besonders häufig vertreten.

Mangelndes Vertrauen und Mikromanagement

+

Toxische Führungskräfte zeigen kein Vertrauen in andere Personen und neigen dazu, selbst einfachste Aufgaben überwachen zu wollen.

Schlechte bzw. intransparente Kommunikation

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Oft werden Informationen zum eigenen Vorteil anderen Mitarbeitern oder sogar gegenüber der Führungsebene vorenthalten.

Übermäßige Erwartungen und Kritik

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Toxische Führungskräfte stellen häufig übermäßige Erwartungen und üben anschließend unproduktive Kritik, wenn diese nicht erreicht werden.

Egozentrik und keine Selbstreflexion

+

Sie stellen sich zwar gerne in den Mittelpunkt des Geschehens, reflektieren aber nicht auf die eigenen Stärken und Schwächen.

Fehlende Wertschätzung von Mitarbeitenden

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Ehrliches Lob von anderen Menschen gibt es nur selten, stattdessen werden vermeintliche Fehler in den Vordergrund gestellt.

Favoritismus einzelner Mitarbeiter

+

Toxische Führungskräfte neigen zum vereinzelten Favoritismus, was zur unfairen Wahrnehmung und unnötigem Druck führt.

Kein Einfühlungsvermögen und abwertendes Verhalten

+

Empathische Kommunikation liegt ihnen ebenfalls nicht. Ihr Führungsstil ist eher durch die Abwertung anderer geprägt.

Je nach Quelle und Definition können sogar noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte hinzukommen. Die Nachricht ist jedoch in jedem Fall klar: Jede Firma muss dieses Problem erst nehmen und Verantwortung übernehmen – sonst drohen unschöne Auswirkungen (siehe nächster Abschnitt).

Jede Firma muss dieses Problem erst nehmen und Verantwortung übernehmen
Jede Firma muss dieses Problem erst nehmen und Verantwortung übernehmen

Studie: So viel Schaden kann eine toxische Führung anrichten

Eine Studie aus dem Jahr 2020 an der Universität Bielefeld unter der Leitung von Professorin Dr. Christina Horn kam zu einem erschreckenden Ergebnis: In 85 % aller Unternehmen gibt es toxisches Führungsverhalten, in 21 % ein sogar ausgesprochen toxisches Führungsklima.

Das beweist: Toxische Führungskräfte sind keine Randerscheinung, sondern ein tief verankertes Problem im höheren Management. Hoher Druck, Manipulation und Drohungen sind dann keine Ausnahme mehr – sie bestimmen den Alltag und wirken sich negativ auf die Leistungsfähigkeit aus.

So ist es kaum überraschend, dass Arbeitgeber mit toxischen Persönlichkeiten deutlich schlechter von Mitarbeitern bewertet wurden. Im Gegenzug erhielten Unternehmen mit einer starken Führungskultur durchweg bessere Bewertungen, die Angestellten dankten es nebenbei mit höherer Performance.

Das Marktforschungsunternehmen Gallup konnte die Folgen sogar monetär messbar machen. So sollen sich die wirtschaftlichen Schäden aus niedrigerer Leistung und höheren Fehlzeiten allein in Deutschland auf 167 Milliarden Euro im Jahr belaufen – toxisches Leadership hinterlässt also seine Spuren.

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Hier findest du nochmal alle Ergebnisse dieser Studie auf einen Blick:

85 %

aller Unternehmen leiden unter toxischen Verhaltensweisen

21 %

aller Organisationen haben ein ausgesprochen toxisches Führungsklima

Mitarbeiter bewerten Unternehmen mit toxischen Leadern deutlich schlechter

↓↓

Auswirkungen im Alltag sind niedrigere Performance und steigende Fehlzeiten

167 Mrd. Euro

Der jährliche Schaden beläuft sich allein in Deutschland auf 167 Mrd. Euro

Toxic Leadership hinterlässt seine Spuren.
Toxic Leadership hinterlässt seine Spuren.

Wie du eine Führungskultur ohne Toxizität förderst – unsere Tipps

Die meisten Menschen und Führungskräfte starten nicht als toxische Menschen, sondern sind das Ergebnis ihrer Umwelt. Oft ist es eine negative Unternehmenskultur, die sie langfristig dazu treibt. Dabei ist es aber gar nicht mal so schwierig, als Chef oder Arbeitgeber für positive Impulse zu sorgen.

1

Positiven Führungsstil vorleben

Toxische Führungskräfte schauen sich das Verhalten oft bei einem anderen Leader ab, manchmal dient sogar die ganze Führungsriege als negatives Vorbild. Dagegen hilft im Grunde genommen nur das Vorleben einer positiven Führungskultur. Dazu gehören der Einsatz passender Führungsinstrumente sowie die Orientierung an gemeinsam definierten Führungsprinzipien.

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Tipp: Klare Verhaltensrichtlinien sollte es nicht nur für Mitarbeiter, sondern insbesondere auch für Manager geben. Das gibt allen Beteiligten einen Rahmen vor, an dem sie sich orientieren können. Einzelne Ausreißer lassen sich aber niemals komplett vermeiden.

2

Offene und empathische Kommunikation fördern

Effektive Kommunikation im Unternehmen ist ein besonders wichtiges Thema. Doch genau dem möchten toxische Führungskräfte entgegenwirken und Informationen für sich selbst behalten, um ihre Kontrolle zu erhöhen. Hier ist vor allem ein gemeinsames Vorgehen der Führungsebene hilfreich: Eine offene Kultur entsteht durch Respekt, Authentizität und den sicheren Raum für ehrlichen Austausch.

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Tipp: Trainingskurse für Führungskräfte sollten unter anderem empathische Kommunikation abdecken. Hierbei lernen alle Beteiligten, ihre Teammitglieder respektvoll zu behandeln und Einfühlungsvermögen in schwierigen Situationen zu zeigen.

3

Selbstreflexion üben und Feedback einholen

Egoismus, Egozentrik und fehlende Selbstkritik – toxische Führungskräfte stellen sich gerne in den Mittelpunkt der Welt. Die Fehler machen dabei immer die anderen. Dieses Verhaltensmuster führt jedoch zu Stress und Spannungen im Team. Mit einer offenen Fehler- und Feedbackkultur kannst du einer solchen egoistischen Ansichtsweise erfolgreich entgegenwirken.

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Tipp: Führungskräfte profitieren von einer effizienten Selbstführung. Sie lernen nicht nur, sich selbst besser zu führen, sondern vor allem auch die eigenen Stärken und Schwächen zu betrachten. Das leistet einen starken Beitrag zur ehrlichen Selbstreflexion und weniger Toxizität.

4

Konflikte frühzeitig erkennen und angehen

Toxisches Verhalten beginnt oft nach Konflikten zwischen Mitarbeitern oder Vorgesetzten. Psychologen warnen, dass ungelöste Konflikte sogar negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Deswegen ist es wichtig, Konfliktursachen frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Ebenfalls positiv: Toxische Führungskräfte können sich ohne Konflikte gar nicht erst entfalten.

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Tipp: Im Idealfall gibt man Konflikten keine Plattform. Sollte es dennoch einmal zum Notfall kommen, gilt schnelles Handeln als essenziell. Bringe die Konfliktparteien zusammen und setze auf bewährte Gesprächsstrategien, um an einer akzeptablen Lösung für alle Seiten zu arbeiten.

5

Auf professionelles Coaching setzen

Viele Führungskräfte lassen die eigenen Unsicherheiten an ihren Mitarbeitern aus. Dabei gibt es einfache Strategien, solche Szenarien zu verhindern. Wenn beispielsweise der Chef über viel Selbstvertrauen und hohe Resilienz verfügt, wird er selbst mehr Verantwortung übernehmen, anstatt Fehler auf seine Angestellten zu schieben. Genau das zeichnet ein gutes Leadership aus.

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Tipp: Auf professionelle Hilfe zu setzen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Beim Führungskräfte- und Unternehmer-Coaching steht dir ein erfahrener Berater zur Seite, der dich im Alltag begleiten und bei deiner persönlichen Weiterentwicklung unterstützen kann.

Toxic Leadership hinterlässt seine Spuren.
Toxic Leadership hinterlässt seine Spuren.

Fazit: Toxische Führungskräfte sind eine Belastung für jedes Unternehmen – wirke einer solchen Entwicklung entgegen

Toxisches Verhalten im Arbeitsalltag ist leider keine Ausnahme, sondern in fast allen Unternehmen bis zu einem gewissen Grad vorhanden. Insbesondere toxische Führungskräfte können das Klima vergiften und die Leistung von Mitarbeitern negativ beeinflussen. Mit einer starken Führung und offener Kommunikation kannst du jedoch einer solchen Entwicklung erfolgreich entgegenwirken.

Wir beraten dich gerne zu den Fallstricken und allen deinen Möglichkeiten, um eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Die charakterliche Weiterbildung und gezielte Förderung von Führungskräften ist dabei meistens das beste Gegenmittel.

➡️ Hier geht es zu meinen Programmen.


Häufig gestellte Fragen

Unter toxischer Führung versteht man ein destruktives Führungsverhalten, bei dem Vorgesetzte ihre Macht missbrauchen, um Mitarbeiter psychisch zu belasten, zu kontrollieren und zu manipulieren. Oft geschieht das einzig und allein zum eigenen Vorteil, während betroffene Personen und Mitarbeiter unter Auswirkungen wie Angst, Unsicherheit oder Burnout leiden können.

Machtmissbrauch, Kontrolle, mangelnde Wertschätzung, Egozentrik, Egoismus sowie Angstkultur sind typische Anzeichen und Verhaltensweisen von toxischen Führungskräften. Die Belastung im Alltag kann dadurch unglaublich hoch sein und sich als pures Gift für das Arbeitsklima erweisen.

Mitarbeiter können unter toxischen Führungskräften stark leiden, Frauen und Männer sind hierbei in der Regel zu gleichen Anteilen betroffen. Oft ist eine genaue Dokumentation der erste Schritt, ehe du dich an einen anderen Chef oder an die HR-Abteilung wenden kannst. Bleibe dabei immer professionell und respektvoll, zeige emotionale Distanz und trage dein Anliegen nüchtern vor.

Ich und mein Team helfen dir dabei, dich (oder deine Führungskräfte & Teams) gezielt aufzubauen. Wir bieten umfassende Coachings, Seminare und Mentorings an, um dich auf die Herausforderungen von Morgen perfekt vorzubereiten.

„Mein Coaching ist eine zielorientierte Reise zur Entfaltung von Führungskompetenzen, die tiefgreifende Veränderungen und nachhaltigen Erfolg ermöglicht. Mit einer wertschätzenden und empathischen Haltung unterstütze ich Führungskräfte dabei, ihre Potenziale zu erkennen und ihre Ziele mit Herz und Verstand zu erreichen.


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Wahre Führung besteht für mich nicht darin, von oben zu befehlen, sondern darin, von Herzen zu inspirieren. Andere dazu zu bringen, die Vision zu sehen, an die Mission zu glauben und gemeinsam das Unmögliche zu erreichen.”
Caroline Birke

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Caroline Birke - Leadership Coach

Autor:

Caroline Birke

Position:

Certified Leadership Coach

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