Kollegiale Beratung: In 6 Phasen zur gemeinsamen Lösungsfindung
Als Führungskraft wirst du im Alltag mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Die meisten davon lassen sich mit etwas Aufwand selbst lösen, einige Probleme können hingegen die Expertise von deinen Kollegen erfordern. In einer Gruppe lassen sich nämlich deutlich einfacher neue Wege finden, auf die man selbst vielleicht niemals kommen würde. Genau das ist der Vorteil der kollegialen Beratung.
Es geht um einen gemeinsamen Beratungsprozess zur effektiven Lösungsfindung. Wir erklären dir im folgenden Artikel, wie du diese bewährte Methode in der Praxis umsetzen kannst. So wirst du im Handumdrehen zur noch besseren Führungskraft.
Teamentwicklung Methoden
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Das Wichtigste in Kürze
- Führungskräfte müssen im Geschäftsalltag mit Problemen und Belastungen zurechtkommen. Sie stehen aber den Herausforderungen nicht allein gegenüber, sondern können dank der kollegialen Beratung vom Wissen und der Expertise aller Mitarbeitenden profitieren.
- Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Du kannst einen schwierigen Fall mit deinen Kollegen (in der Führungsebene) teilen und dich von neuen Ideen und Ansätzen inspirieren lassen. Idealerweise findet sich auch gleich eine passende Lösung für dein Problem.
- Es gibt drei unterschiedliche Rollen: Fallerzähler, Moderator und Beratende. Die Anzahl an Teilnehmern bewegt sich meistens zwischen 3 und 10. Dabei steht die gemeinsame Beantwortung von fachlichen Themen im Vordergrund.
- Sechs vordefinierte Phasen begleiten die Gruppe durch den Beratungsprozess. Zunächst muss ein Fall ausgewählt und erklärt werden, ehe alle Berater ihren Beitrag leisten können. Am Ende erfolgt noch ein formaler Abschluss, der Wertschätzung und Lerneffekte fördern soll.
Die Herausforderungen bei der Delegation von Aufgaben
Nicht alle Probleme lassen sich allein lösen. Eine gute Führungskraft kann eine solche Situation erkennen und weiß, wann sie von externer Hilfe profitieren kann. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern demonstriert mentale Stärke. Bei der kollegialen Beratung geht es um einen strukturierten Prozess, bei dem dich deine Kollegen als Gruppe bei der Lösungsfindung unterstützen.
Diese Methode ist in den Bereichen Pädagogik, Pflege und Therapie ausgesprochen beliebt. Aber auch immer mehr Führungskräfte in der Wirtschaft erkennen die vielen Vorteile für sich. Sie können auf diese Weise von den Kompetenzen anderer Mitglieder der Führungsebene profitieren. Zudem trägt das Verfahren zur Teamentwicklung bei, da alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen.
Die Gruppengröße bewegt sich meistens zwischen 3 und 10 Mitgliedern.
Alle Beteiligten widmen sich der Beantwortung der Schlüsselfrage eines Falls.
Es gibt fixe Rollen und einen strukturierten Ablauf nach sechs Phasen.
Aktiver Austausch ist wichtig – jeder muss einen Beitrag leisten.
➡️ Kurz gesagt: Die kollegiale Beratung eignet sich hervorragend zur Stärkung der Führungskultur!

Die drei unterschiedlichen Rollen in der kollegialen Fallberatung
Damit ein strukturierter Schritt-für-Schritt-Ablauf überhaupt erst möglich ist, müssen sich alle Beteiligten ihrer Rollen bewusst sein. Zunächst mag diese Aufteilung ein wenig kompliziert wirken, doch die Umsetzung ist in der Praxis ausgesprochen einfach.
Er bzw. sie teilt eine genaue Beschreibung von einem bestimmten Fall oder einem Problem. Dabei wird eine Schlüsselfrage formuliert, die es zu beantworten gilt.
Ein Moderator leitet durch den Prozess, sorgt für einen guten Überblick zum Fall und achtet auf eine produktive Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe.
Einer oder mehrere Personen agieren als Berater, hören aufmerksam zu, stellen Fragen und helfen bei der gemeinsamen Entwicklung möglicher Lösungen.

➡️ Hinweis: Externes Personal kann ebenfalls Beratungsexpertise mit einbringen. Externe verfügen zwar nicht immer über das fachliche Wissen, können aber die Rolle des Moderators perfekt ausfüllen. Eine Bestellung ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich intern niemand für diese Rolle eignet.
So sehen die sechs Phasen dieser Methode in der Praxis aus
Ein vorgegebener Ablauf ist der Kern dieser effektiven Beratungsmethode. Es gibt insgesamt sechs Phasen oder Schritte bis zum Erhalt möglicher Lösungen. Die Aufgabe der Moderation ist hierbei besonders wichtig, da sie die Beratungsgruppe durch den Prozess führt.
Nachfolgend ein beispielhafter Ablauf innerhalb von 40 Minuten. Längere Termine sind natürlich ebenfalls möglich, je nachdem, wie komplex ein Anliegen ist.
Casting – Fälle vorstellen & Rollen definieren
5 MinutenIn der ersten Phase geht es zunächst darum zu klären, welche Fälle es innerhalb der Gruppe gibt und welche von ihnen besonders wichtig und dringlich sind. Im kurzen Gespräch entscheidet sich die Gruppe für einen Fall, der Fallerzähler steht dann fest. Anschließend gilt es nur noch, den Moderator zu bestimmen, während alle anderen als Berater agieren und ihren Beitrag leisten.
Spontanerzählung – kurze Vorstellung aller wichtigen Details
5 MinutenHinreichende Informationen sind bei der kollegialen Beratung unabdingbar, und genau darum geht es in dieser Phase. Der Fallerzähler liefert eine umfassende Beschreibung aller wichtigen Details, eine Vorbereitung ist hierfür nicht notwendig. Der Moderator stellt bei Bedarf klärende Fragen, während die Berater sich auf aktives Zuhören konzentrieren (kurze/wenige Fragen sind aber erlaubt).
Schlüsselfrage – das zentrale Problem des Fallerzählers
5 MinutenDer Fallerzähler hat ein konkretes Problem und das Ziel ist es, hierfür gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Schlüsselfrage soll genau dieses Ziel ausdrücken und festmachen. Mithilfe einer gezielten Fragestellung wird die Übung meistens konkreter bzw. greifbarer. Anstatt „Ich möchte die Effizienz steigern” heißt es also „Wie kann ich die Effizienz steigern?”.
Methodenwahl – verschiedene Methoden zur Lösungsfindung
5 MinutenDamit das Gespräch nicht ausufert, muss sich die Gruppe für eine der vielen Beratungsmethoden entscheiden. Der Fallerzähler kann hier einen besonderen Einfluss nehmen und einen Ansatz vorschlagen, der dem Problem am ehesten gerecht wird. Beliebte Optionen wie Brainstorming, Perspektivwechsel, Resonanzrunden und noch viele mehr stehen zur Verfügung.
Beratung – fachlicher Austausch innerhalb der Gruppe
15 MinutenDas ist der Hauptteil der kollegialen Beratung und widmet sich vor allem dem aktiven Austausch zwischen den Beratern. Sie treffen Annahmen und teilen untereinander verschiedene Ideen und Ansätze gemäß der gewählten Methode. Beratende halten sich kurz und äußern einen Kerngedanken, während der Fallerzähler sich auf das Sammeln neuer Anregungen konzentriert.
Abschluss – Zusammenfassung und Fazit
5 MinutenAm Ende erfolgt eine ehrliche Reflexion. Hier steht der Fallerzähler wieder im Fokus, schließlich ging es um sein konkretes Problem. Welche Erkenntnisse waren dabei besonders hilfreich und was können die weiteren Schritte sein? Ein respektvoller Umgang und hohe Wertschätzung sind wichtig, um von Lerneffekten in der nächsten kollegialen Beratung profitieren zu können.

Weitere Tipps und Merkmale der effektiven kollegialen Beratung
- Wiederkehrende Termine sind für die kollegiale Beratung perfekt geeignet. So kann sich diese praktische Methode als Teil des Geschäftsalltags etablieren.
- Insbesondere die Moderation erfordert viel Verantwortung und effektive Kommunikation. Die richtigen Gesprächsstrategien helfen dir bei der selbstbewussten Leitung.
- Es geht nicht immer nur darum, eine Fragestellung sofort zu beantworten, sondern ebenso um das Ableiten neuer Ideen, Perspektiven, Ansätze und möglicher Maßnahmen.
- Diese Form des aktiven Austauschs kann speziell für neue Führungskräfte hilfreich sein. Im Unterschied zu Trainings stehen nämlich konkrete Sachverhalten im Vordergrund.
- In modernen Unternehmen ist die kollegiale Beratung teilweise sogar Teil der gezielten Führungskräfteentwicklung bzw. Ausbildung, um von anderen lernen zu können.

Fazit: Die kollegiale Beratung hilft dir als Führungskraft beim Finden von innovativen Lösungen
Schwierige Probleme und Sachverhalte gehören oft zum Geschäftsalltag einer Führungskraft. Du musst bei der Lösungsfindung aber nicht auf dich allein gestellt sein. Kollegiale Beratung ist eine effektive Methode, bei der eine erfahrene Gruppe gemeinsam einen Blick auf dein Problem wirft. Das Ziel ist es, deine Schlüsselfrage zu beantworten oder Raum für neue Ideen und Ansätze zu schaffen.
Hast du noch weitere Fragen zu diesem Thema oder suchst du nach einem starken Partner für deine persönliche Führungskräfteentwicklung? Wir helfen dir gerne – nimm jetzt Kontakt auf!
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Häufig gestellte Fragen
Die kollegiale Beratung (bzw. Intervision) entwickelte sich als lösungsorientierte Methode aus der Supervision. Früher ging es darum, den Supervisor (Vorgesetzten) überflüssig zu machen. Heute ist es eine strukturierte Methode zum Finden neuer Lösungen. Man agiert dabei als kleine Gruppe und profitiert von den Erkenntnissen der anderen Mitglieder. Das können auch Führungskräfte sein.
Es gibt drei wichtige Rollen, auf die man nicht verzichten kann. Der Fallerzähler teilt ein fachliches Anliegen und stellt eine klare Schlüsselfrage, die es zu beantworten gilt. Ein Moderator leitet durch den Ablauf und sorgt für eine produktive Zusammenarbeit. Ein oder mehrere Berater treiben den Austausch voran und leisten ihren persönlichen Beitrag, um neue Lösungen zu erarbeiten.
Dr. Kim-Oliver Tietze teilt in seinem Buch den Beratungsprozess in sechs Phasen ein, damit die Gruppe alle Ursachen aufdecken, Analysen durchführen und Wirkungen aufzeigen kann. Die Methode fängt zunächst mit Casting, Spontanerzählung und Schlüsselfrage an, um den Fall und Fragestellungen klar zu definieren. Anschließend folgen Methodenwahl, Beratung und Abschluss (siehe oben).
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Dein Leadership Coaching
“Wahre Führung besteht für mich nicht darin, von oben zu befehlen, sondern darin, von Herzen zu inspirieren. Andere dazu zu bringen, die Vision zu sehen, an die Mission zu glauben und gemeinsam das Unmögliche zu erreichen.”
Caroline Birke
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